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Freitag der 13.

… war es nun heute glücklicherweise nicht wirklich bei uns.

Es ging zwar los mit einer gerissenen Wäscheleine,

wäscheleineeiner leeren Teedose und einem solch grauen Himmel, dass ich befürchtete, der Tag würde tatsächlich nichts Gutes bringen, aber dann sagte ich mir: Ach Quark, du glaubst doch gar nicht an so etwas. Und siehe da, gleich wurde alles besser.

blauer Himmel in Sicht

Die Sonne kam zwischendurch raus, der Wind half die Wäsche zu trocknen, bevor neue Wolken kamen und die brachten dann den Regen, wir mussten also abends nicht gießen. Statt Tee gab es Kaffee, mag ich zwar nicht als erstes, aber wacher war ich dennoch und so konnte ich mit viel Elan an diesen Freitag gehen, der letzten Endes sehr viel besser war als morgens noch erwartet und vor allem als die Tage zuvor. Die waren recht frustrierend, aber von vorn:

Drei Starenbabys fand unsere Gewaldelfe, also das Töchterlein, am Sonntag Nachmittag, mitten auf dem Bürgersteig. Wir waren so guter Dinge und haben uns so gemüht, wie man bei meiner Mama nachlesen kann. Trotzdem haben wir es nicht geschafft auch nur einen einzigen durchzukriegen.

Der Versuch sie einfach dem Star im Apfelbaum unterzujubeln war leider auch nicht erfolgreich. Schade, denn die zwei Strolche dort sehen sehr wohlgenährt aus.

stare im nest

Eine Blaumeise haben wir vor ein paar Jahren schonmal groß gepeppelt, bis sie dann – erstaunlich aber wahr – von einer anderen Blaumeise „adoptiert“ wurde. Eine fremde Blaumeisenmutter hatte angefangen, unseren Rambo durch die Käfigstäbe zu füttern.  Der Kleine konnte schon gut fliegen, also ließen wir es auf einen Versuch ankommen und siehe da, schwups hatten wir erfolgreich eine Blaumeise im Garten der Schwiegereltern ausgewildert. So viel Glück hatten wir diesmal leider nicht.

Selbst der Geburtstagskuchen der Gewaldelfe schmeckte fad, ich hatte ihn übers Grashüpfer jagen im Ofen vergessen und so war er staubtrocken. Aber wenigstens der Strauß war ein Schmuckstück. Das ist der Vorteil, wenn man im Frühsommer Geburtstag und eine Blumenoma noch dazu hat.

GeburtstagsstraußUnd ein weiteres schönes Geschenk gab es für unsere Hühnerpauline – Geburtstagsküken. Diesmal ganz ohne Stress von einer mustergültigen Glucke.

Heute früh gab es schon einen ersten kurzen Spaziergang durch den Hühnerstall. Der Hase musste auch gleich schmulen

peggy schmultund stand, wie fast immer, im Weg, so dass ich es nicht geschafft habe rechtzeitig zu kommen um ein paar nette Fotos zu machen. Stattdessen habe ich mal wieder die „alten“ Küken fotografiert.

die großen KükenDie Bande von Anfang Mai, ist inzwischen allein unterwegs, die zwei Mütter hatten die Nase voll. Naja, sie sehen ja auch echt aus wie rotzfreche Teenies, die sowieso nur machen wollen was Ihnen passt. Abhängen unterm Holunder eben.

Fotos von unseren „Neuen“ gab es dann nachmittags, denn da ging es das erste mal raus, zu den anderen.Vor allem der Hahn musste begrüßt werden und zeigte sich zufrieden. Dass er nicht der wirkliche Papa ist, behalten die Glucke und ich für uns.

Die arme Flora ist noch ein bisschen blass um den Kamm, aber die Kleinen sind schon frech und munter.

Munter bin ich inzwischen gar nicht mehr und deshalb werde ich nun – zufrieden, dass es am Ende ein doch recht feiner Tag wurde – ins Bett gehen.

Bis bald und Gute Nacht

Paula

.. und dann auch noch diese Hitze

Es sollte eigentlich ein ganz entspannter Mittwoch werden, ein bisschen die Wiese mähen, ein paar Fotos schießen, ein paar von unseren neuen Mini-Magnetvasen einstellen und die frisch geschlüpften Küken bewundern, denn es war Schlupftag.

Wir hätten es eigentlich am Dienstag schon ahnen müssen, denn als ich morgens ins Nest sah, waren zwei der Eier zertreten und eines der beiden Küken leider tot, das andere noch lebendig, aber noch nicht so ganz fertig, der Dottersack noch nicht komplett eingezogen. Deshalb schnell ab in den Brutkasten damit, alles was an Eierschale noch drumrum war drangelassen, die Daumen gedrückt und siehe da es schien zu klappen. Am späten Nachmittag habe ich der Glucke dann das inzwischen fittere Küken untergeschoben und so schien alles erstmal wieder halbwegs in Ordnung.

Mittwoch früh waren zwei weitere geschlüpft und munter, der Rest arbeitete noch kräftig an der Eierschale, ich bin erstmal zum Heu machen mit den Gänslein in den Garten – die sind inzwischen schon richtige Brocken und dürfen jetzt schon auf die große Wiese.

gans2

gans1Als ich zwischendurch nach den Küken sehen wollte, kam der nächste Schreck –  inzwischen waren noch weitere Küken geschlüpft und das dusselige Gluckenviech hatte sich aber draufgestellt.

Und dann ging die Hektik los.

Glucke vom Nest und Lage peilen.

Vier Küken wohlauf, zwei leider tot, fünf Eier im Schlupfmodus.

Die toten Küken aus dem Nest genommen und die ungeschlüpften Eier gesichert.

Dann rannte die Glucke plötzlich wie von der Tarantel gestochen aus dem Stall und zurück blieben vier Küken, die mich mit großen Augen anpiepsten.

Weil sie ewig nicht zurückkam, erstmal die Küken geschnappt und in eine Decke gewickelt ins Bett meiner Tochter gepackt.

Dann wieder den Brutkasten angeschmissen und schnell die Eier die im Schlupf waren reingelegt. Und weil ich das Gitter, das wir sonst zum Schlupf  aufs Gestänge legen, in der Eile nicht fand, nahm ich das Erstbeste, was mir in die Hände fiel – einen meiner to do Zettel.

Als nächstes den Kleintierkäfig schnell ausgeputzt und für die im Kinderbett wartenden Küken vorbereitet, Spreu rein, Wasser rein, Thermometer suchen, Wärmelampe anschmeißen und rein mit ihnen.

Puha, ich war völlig durchgeschwitzt.

Mittlerweile hatte die Glucke aber auch begriffen, dass ihr etwas fehlte. Sie lief völlig hysterisch im Stall rum, zumal auch das älteste der Küken, unser Frühchen nun anfing herzzerreißend nach der Mama zu rufen.

Nach einigem hadern habe ich  beschlossen, ihr das eine, das schon recht fit war, zu lassen und zu beobachten, wie sie sich anstellt.

Von da an bin ich wortwörtlich im Dreieck gelaufen:

Zum Brutkasten, Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren und kucken wer geschlüpft ist, zu den Küken, die Temperatur prüfen, zur Glucke, ihre Mama-Qualitäten kontrollieren, wieder zum Brutkasten, wieder zu den Küken und so weiter.

Einen Eiskaffee habe ich mir zwischendurch gegönnt und gestaunt, wie wenig Anteil der Rest nimmt.

lotte liegtPolly pausiert

mietzi schläft

Als dann am Nachmittag endlich alles eingepegelt war, Temperaturen passten und die Glucke zufriedenstellend und wie es sich für eine Glucke ziemt, agierte – wir wollten gerade eben ein schönes Käsebrot essen – sah ich wie unser kleiner Distraction Officer, Mietzi, mit etwas Befiedertem im Maul ins Haus geschlichen kam.

Mein Gemahl und ich schnurstracks der Katze hinterher. Die in den Keller und dort das Maul auf – hatten wir einen Spatz im Keller.  Der zischte völlig panisch durch die Gegend, so dass ich Angst hatte, er würde mir mit voller Wucht und Schnabel voraus gegen die Stirn donnern und stecken bleiben, aber das tat er dann doch nicht und nach einigem hin und her hatten wir ihn. Über die Käsebrote hatte sich währenddessen der Hund gefreut.

Nach einem neuen Versuch mit Käsebroten schnappte ich mir endlich die Kamera um die letzten Sonnenstrahlen auf dem Hof für meine Magnetvasenfotos einzufangen.

magnetvase

Als die Sonne weg war, sah ich nach dem Brutkasten, aus dem es laut piepste, aha, der vorletzte Schlüpfling, Deckel auf, leeres Ei bestaunt, Küken gesucht….

Oh, da war ein Loch in meinem to do Zettel und oh das Küken war unter’s Gestänge gerutscht…

Folge: Der komplette Brutkasten musste auseinandergenommen werden, um nochmal an diesem Tag ein kleines Leben willkommen zu heißen.

fast wie aus dem ei gepellt

Völlig plattgenudelt und relativ zeitig in meinem Bett liegend, hörte ich es unter mir scharren. Verdammt, ich hatte die Katze mit rein gelassen und die Tür zugemacht. Deshalb wieder hoch, Eimer her, Lappen her und eben mal noch schnell das Schlafzimmer gewischt. Endlich wieder im Bett fiel mir ein, dass mein Gemahl kurz überlegt hatte, den geretteten Spatz den Kindern zu zeigen. Man müsse ihnen doch „die Wunder der Natur“ demonstrieren.

Ich fand, ich hatte an diesem Tag genug Wunder der Natur überstanden und das schien auf Gegenseitigkeit zu beruhen, denn der heutige Tag war bei weitem nicht so aufregend.

Die Glucke mit ihrem Küken ist zufrieden, unser letztes kleines Lachshuhn ist gegen halb neun geschlüpft und nun liegen sie alle friedlich in ihrem kleinen Käfig und erholen sich von den Strapazen.

küken2

küken1Ich werde jetzt versuchen zu entziffern, was auf meinem Zettel stand und mich dann endlich an die Arbeit machen.

Allen eine schöne Restwoche und bis bald

Paula