Kisten, Kästchen, Truhen, Trittchen – unser neues arborala Projekt

Ich habe Kisten und Kästchen schon als Kind geliebt. Was man alles darin verstauen kann, welche Schätze man darin nach Jahren wiederfindet!

Manchmal, an solch regnerischen Tagen wie heute einer ist, schnappe ich mir meine Tochter und wir gehen auf den Boden und kramen in meinen alten Schatzkisten. Sie sind aus Blech, aus Holz, aus Pappe, groß, klein oder sogar winzig, bunt oder einfarbig, sie sind einfach wunderbar.

Auch mein Vater teilt diese Leidenschaft und so stand er eines Tages in unserer Veranda, betrachtete unseren Turm aus alten Kisten und meinte, dass er gut auch solch eine Kiste gebrauchen könnte..für das Altenteil…nur eben größer…schön sei die… was er darin alles lagern könnte.

Kistenturm

Nun war es Anfang April und sein Geburtstag nahte und so machten wir uns an die Arbeit und bauten dem Herrn Vater eine riesige Kiste, natürlich mit Initialien…unsere erste Truhe.

Truhe Hannes

Weil diese Truhe wirklich nett und vor allem super praktisch war, beschlossen wir auch gleich noch eine zweite für uns zu bauen. Für unseren ersten Markt und die, die da folgen werden. Alles was mit muss, rein in die Truhe, Truhe ins Auto und auf zum Markt. Eine Sitzgelegenheit hat man so auch gleich immer dabei und alles was nicht gesehen werden muss (Wasserflaschen für die Vasen, Verpackungsmaterial für den sicheren Transport und Schokolade für die Nerven) kann man darin wunderbar verstauen.

Wirklich ungemein genial solch eine Truhe.

Das fanden andere dann auch und so wurden wir mehrfach gefragt ob wir nicht diese Truhe verkaufen wollten. Tja, eigentlich hätten wir schon gewollt, aber wohin dann mit der ganzen Schokolade? Wir mussten also die Interessenten vertrösten, hatten aber einen Entschluss gefasst: wer Truhen will, soll Truhen haben.

Also erstmal „rohe“ Bretter im Sägewerk besorgt und fleißig gehobelt.   So haben die Bretter nicht alle die gleiche Dicke, das macht die Truhe noch ein wenig rustikaler.

hobel mit span

Mein Lieblingsteil ist der, wenn die Truhe komplett zusammengebaut ist – das Altmachen.

Ich könnte Stunden damit verbringen, mir vorzustellen, was solch einer Truhe alles widerfährt und welche Spuren das hinterlässt. Diese Abnutzung dann nachzustellen macht enorm Spaß. Ich weiß, es ist natürlich ein Fake, aber ich finde, eine Truhe die alt aussehen soll, muss auch wirklich alt aussehen. Eckige Ecken, wird man an wirklich alten Truhen, die tatsächlich benutzt wurden eben kaum finden. Genausowenig wie Kreuzschlitzschrauben.

truhe1_5Nun gut, auch wir haben natürlich neue Beschläge besorgt, aber auch diese dann aufwendig patiniert, so dass sie sich gut einfügen und nicht so „vorblenden“.

truhe1_2Jetzt jedenfalls ist sie fertig und bei DaWanda zu haben.

truhe1_1
Wir haben auch schon wieder neue Bretter zu liegen.

Für ein weiteres kleines Trittleiterchen zum Beispiel. Das erste hatten wir für unsere Standdeko nachgebaut.

Leiterchen auf dem markt

Das Original ist hier ein altes Leiterchen meiner Mama. Auf den ersten Blick kaum noch erkennbar, welches hier welches ist, oder?

Trittleiterchen

Ja gut, die Lichtverhältnisse spielen mir hier natürlich zu.

Um das schöne „antike“ Teil zu schonen hatten wir es „kopiert“ und werden das nun noch einmal tun, damit auch andere sich daran erfreuen können.

Und weil ich kleine Dinge liebe, habe ich beschlossen noch ein kleines Kästchen zu bauen, das ich neulich auf einem Flohmarkt sah. Es ist schon fast fertig…

Kästchen

..nur noch den Griff befestigen und ein wenig Farbe auftragen… ich muss mich also an die Arbeit machen.

Bis bald

Paula

.. und dann auch noch diese Hitze

Es sollte eigentlich ein ganz entspannter Mittwoch werden, ein bisschen die Wiese mähen, ein paar Fotos schießen, ein paar von unseren neuen Mini-Magnetvasen einstellen und die frisch geschlüpften Küken bewundern, denn es war Schlupftag.

Wir hätten es eigentlich am Dienstag schon ahnen müssen, denn als ich morgens ins Nest sah, waren zwei der Eier zertreten und eines der beiden Küken leider tot, das andere noch lebendig, aber noch nicht so ganz fertig, der Dottersack noch nicht komplett eingezogen. Deshalb schnell ab in den Brutkasten damit, alles was an Eierschale noch drumrum war drangelassen, die Daumen gedrückt und siehe da es schien zu klappen. Am späten Nachmittag habe ich der Glucke dann das inzwischen fittere Küken untergeschoben und so schien alles erstmal wieder halbwegs in Ordnung.

Mittwoch früh waren zwei weitere geschlüpft und munter, der Rest arbeitete noch kräftig an der Eierschale, ich bin erstmal zum Heu machen mit den Gänslein in den Garten – die sind inzwischen schon richtige Brocken und dürfen jetzt schon auf die große Wiese.

gans2

gans1Als ich zwischendurch nach den Küken sehen wollte, kam der nächste Schreck –  inzwischen waren noch weitere Küken geschlüpft und das dusselige Gluckenviech hatte sich aber draufgestellt.

Und dann ging die Hektik los.

Glucke vom Nest und Lage peilen.

Vier Küken wohlauf, zwei leider tot, fünf Eier im Schlupfmodus.

Die toten Küken aus dem Nest genommen und die ungeschlüpften Eier gesichert.

Dann rannte die Glucke plötzlich wie von der Tarantel gestochen aus dem Stall und zurück blieben vier Küken, die mich mit großen Augen anpiepsten.

Weil sie ewig nicht zurückkam, erstmal die Küken geschnappt und in eine Decke gewickelt ins Bett meiner Tochter gepackt.

Dann wieder den Brutkasten angeschmissen und schnell die Eier die im Schlupf waren reingelegt. Und weil ich das Gitter, das wir sonst zum Schlupf  aufs Gestänge legen, in der Eile nicht fand, nahm ich das Erstbeste, was mir in die Hände fiel – einen meiner to do Zettel.

Als nächstes den Kleintierkäfig schnell ausgeputzt und für die im Kinderbett wartenden Küken vorbereitet, Spreu rein, Wasser rein, Thermometer suchen, Wärmelampe anschmeißen und rein mit ihnen.

Puha, ich war völlig durchgeschwitzt.

Mittlerweile hatte die Glucke aber auch begriffen, dass ihr etwas fehlte. Sie lief völlig hysterisch im Stall rum, zumal auch das älteste der Küken, unser Frühchen nun anfing herzzerreißend nach der Mama zu rufen.

Nach einigem hadern habe ich  beschlossen, ihr das eine, das schon recht fit war, zu lassen und zu beobachten, wie sie sich anstellt.

Von da an bin ich wortwörtlich im Dreieck gelaufen:

Zum Brutkasten, Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren und kucken wer geschlüpft ist, zu den Küken, die Temperatur prüfen, zur Glucke, ihre Mama-Qualitäten kontrollieren, wieder zum Brutkasten, wieder zu den Küken und so weiter.

Einen Eiskaffee habe ich mir zwischendurch gegönnt und gestaunt, wie wenig Anteil der Rest nimmt.

lotte liegtPolly pausiert

mietzi schläft

Als dann am Nachmittag endlich alles eingepegelt war, Temperaturen passten und die Glucke zufriedenstellend und wie es sich für eine Glucke ziemt, agierte – wir wollten gerade eben ein schönes Käsebrot essen – sah ich wie unser kleiner Distraction Officer, Mietzi, mit etwas Befiedertem im Maul ins Haus geschlichen kam.

Mein Gemahl und ich schnurstracks der Katze hinterher. Die in den Keller und dort das Maul auf – hatten wir einen Spatz im Keller.  Der zischte völlig panisch durch die Gegend, so dass ich Angst hatte, er würde mir mit voller Wucht und Schnabel voraus gegen die Stirn donnern und stecken bleiben, aber das tat er dann doch nicht und nach einigem hin und her hatten wir ihn. Über die Käsebrote hatte sich währenddessen der Hund gefreut.

Nach einem neuen Versuch mit Käsebroten schnappte ich mir endlich die Kamera um die letzten Sonnenstrahlen auf dem Hof für meine Magnetvasenfotos einzufangen.

magnetvase

Als die Sonne weg war, sah ich nach dem Brutkasten, aus dem es laut piepste, aha, der vorletzte Schlüpfling, Deckel auf, leeres Ei bestaunt, Küken gesucht….

Oh, da war ein Loch in meinem to do Zettel und oh das Küken war unter’s Gestänge gerutscht…

Folge: Der komplette Brutkasten musste auseinandergenommen werden, um nochmal an diesem Tag ein kleines Leben willkommen zu heißen.

fast wie aus dem ei gepellt

Völlig plattgenudelt und relativ zeitig in meinem Bett liegend, hörte ich es unter mir scharren. Verdammt, ich hatte die Katze mit rein gelassen und die Tür zugemacht. Deshalb wieder hoch, Eimer her, Lappen her und eben mal noch schnell das Schlafzimmer gewischt. Endlich wieder im Bett fiel mir ein, dass mein Gemahl kurz überlegt hatte, den geretteten Spatz den Kindern zu zeigen. Man müsse ihnen doch „die Wunder der Natur“ demonstrieren.

Ich fand, ich hatte an diesem Tag genug Wunder der Natur überstanden und das schien auf Gegenseitigkeit zu beruhen, denn der heutige Tag war bei weitem nicht so aufregend.

Die Glucke mit ihrem Küken ist zufrieden, unser letztes kleines Lachshuhn ist gegen halb neun geschlüpft und nun liegen sie alle friedlich in ihrem kleinen Käfig und erholen sich von den Strapazen.

küken2

küken1Ich werde jetzt versuchen zu entziffern, was auf meinem Zettel stand und mich dann endlich an die Arbeit machen.

Allen eine schöne Restwoche und bis bald

Paula

Überlebt

Letzten Sonntag war es soweit, der erste Markt für arborala – das Fläming-Frühlingsfest im schönen Museumsdorf Glashütte.

Ich war furchtbar aufgeregt und die letzten Tage davor waren lang. Jeder, der da war, wurde eingespannt, um noch ein paar letzte Handgriffe zu tätigen, in fast allen Räumen des Hauses lagen kleine to do Zettel, damit ich beim Essen, beim Kochen, beim Werkeln – eben einfach überall – das aufschreiben konnte, was nicht vergessen werden durfte. Beim Zusammenpacken kam ich mir vor, als würde eine Weltreise anstehen, denn ich wollte lieber zu viel als zu wenig mitnehmen.

Und dann endlich war es soweit.

markt

Die Sonne schien, der Stand war bereit und es war am Ende überhaupt nicht schlimm. Ich habe etwas über die neue Marke „Echt Fläming“ erfahren, ich habe mit einem älteren Herren ganz lange über alte Werkzeuge geplaudert, die er alle auf seinem Dachboden hat (NEID) und am Ende war es ein wirklich interessanter und schöner Tag.

markt2Na gut, vielleicht ein bisschen viel Wind, so dass die wunderschönen Minis, die meine Mama geschnitzt hatte, leider nicht ausgepackt werden konnten, sie wären sonst wohl verweht worden.

kleine dingeDiese gibt es dann also demnächst in unseren Shops bei DaWanda und Etsy.

markt4Am Ende habe ich beschlossen, dass ich Märkte mag und auch der Rest der Familie ist zufrieden, denn kein Kind, kein Ehemann und keines der Tiere haben Hunger gelitten.

Selbst die mitten in der Hektik geschlüpften Küken sind wohlauf, nur leider konnte ich noch nicht so viele Fotos von den kleinen Bällchen machen, aber in der kommenden Woche schlüpfen die nächsten und da ist dann sicher ein wenig mehr Zeit.